Die Firma Frasch
Ein kleiner Rückblick
1882
Wilhelm Frasch, der Vater des Schwiegervaters von Anne Frasch gründete die
Firma Wilhelm Frasch als eine der ersten Ölgroßhandlungen in Ulm in der
Neutorstrasse 44. Wilhelm Frasch selber war Bäckermeister und wechselte in
den Schmierstoffhandel. Seine Frau kam von einem Transportunternehmen aus
Bopfingen und war vielleicht die treibende Kraft !?!
Mit zwei Pferdefuhrwerken besuchte er seine Kunden. Die Ladung bestand aus
je einem Öl- und einem Fettfaß. Doch schon bald stellte er die ersten Vertreter
ein, die seine Waren auch im Umkreis von Ulm bekannt machten. Bis in den
Schwarzwald und das Allgäu reichten bald die Geschäftverbindungen.

1915
(ca.) erfolgte die Übergabe an den Sohn Paul Frasch.
1918
Paul Frasch kam verwundet aus dem 1. Weltkrieg zurück. War danach 10 Jahre
kränklich und immer geschwächt.
1926
Der erste NSU-Holzvergaser wurde gekauft. Die Schwiegermutter hatte damals
schon den Führerschein.
1928
Paul Frasch stirbt. Seine Witwe führte das Geschäft 3 Jahre alleine weiter.
1931
Wilhelm Frasch, Sohn von Paul stieg in das Geschäft mit 18 Jahren ein.
Hatte vorher Kaufmann bei der Firma Wolff, Eisenwarenhandel, Ulm gelernt.
1937
Wilhelm Frasch lernte Anne seine spätere Frau kennen. (aus Kirchheim/Teck)
1939
Am 27.09.1939 heirateten sie im Ulmer Münster. Es war die erste
Kriegstrauung. Die Münsterfenster waren verbrettert. Durch dieses trostlose und
düstere Bild musste Anne Frasch während der Trauung immer heulen.
Danach musste W. Frasch in den Krieg. Aussage: An Weihnachten bin ich
wieder zurück, dann ist der Krieg aus. Ab sofort muss Frau Frasch im Geschäft
mitarbeiten.
1939
W. Frasch kam erst an die Westfront dann Ostfront, die Krim und Leningrad.
War zeitweise unter dem Kommando von General Manstein.
Erlebte die Schlacht um Dünkirchen ebenso wie die Landung der Alliierten.
1940
Die Firma hatte 2 Vertreter: 1 x Schwarzwald
1 x Allgäu (Herr Grabherr, Schwiegervater von Herrn Bauser = immer mürrisch))
Das Gebiet Ulm, wurde vom Chef, (Vertretung) betreut. 20 Jahre wurde auch
die Schwäbische Alb bereist von Herrn Weinstock.
Der erste Sohn wurde geboren „Wilhelm“. Sein Vater sah ihn erst mit 2 Jahren
bei einem Fronturlaub.
1940
Die Waren derFirma Frasch wurden wegen der Brandgefahr teilweise ausgelagert.
- Geschirr Haushalt, Kleidung ins Allgäu zu Bekannten.
- 2 Faß Speiseöl zur Firma Semler, Dietenheim
- Mineralöle in die Ziegelei Bellenberg
- Während des Krieges wurde die Firma von Frauen geführt.
1944
Während einer Bombennacht wurde Waldtraud, das zweite Kind geboren.
Am 17.12.1944 wurde bei einem Großangriff auf Ulm das gesamte Anwesen der
Firma Frasch durch Brand zerstört. Frau Frasch wurde mit den 2 kleinen
Kindern nach Dietenheim evakuiert.
1945
Im September kam W. Frasch aus amerikanischer Gefangenschaft heim.
Er war schwer krank und bis aufs Skelett abgemagert. Er sah sein 2. Kind zum
ersten mal. Die Ehe Frasch beginnt eigentlich erst jetzt.
1945
Urgroßmutter bis Urenkel leben in einer Wohnung in der Zinglerstrasse. Das
Geschäft in der Neutorstrasse wird wieder aufgebaut. Ab 1945 ist Frau Frasch
immer im Geschäft. Es ist auch die Zeit mit Tante Hilde Walcher
Beginn der Geschäftstätigkeit mit der geretteten ausgelagerten Ware. Es finden
am Anfang viele Tauschgeschäfte statt. Salatöl gegen Kartoffel, Lagerfett gegen
Schweinefleisch.
1945
Frau Frasch reist nach Stuttgart ins Wirtschaftsministerium um die Firma wieder
neu anzumelden. Überlebt schwervereltzt bei einer Explosion in einem Zug nahe
Beimerstetten. Ihre Bekannte stirbt an den Verletzungen.
1955
Susanne das 3. Kind wird geboren. Der erste Sohn Wilhelm ist bereits 15 Jahre alt.
1956
Es folgt eine kontinuierlicher Aufbau: Chef 2 Vertreter, 2 Bürodamen. Das Gelände in der Neutorstrasse
wird langsam zu klein.

1974
Bau des neuen Firmengebäudes im Donautal.Kauf des Grundstückes mit
8000qm Fläche, Lagerfläche 1200qm. Beginn eines langsamen Zerfalles.
Das alte Gelände nebst Gebäuden wird von 2 Architekten gekauft die kurz
darauf Insolvenz anmelden müssen. 600.000,- DM Ausfall sind die Folge.
1974
Wilhelm Frasch sen. stirbt nach langer Krankheit. Frau Frasch führt den Bau
und das Geschäft alleine weiter.
1979
Frau Willma tritt am 01.05.in die Firma ein und übernimmt für ca. 30 Jahre die Buchhaltung.
1981
Manfred Rabus vermittelt Alfred Walcher als Außendienstvertreter.
1982
Alfred Walcher tritt am 01.01.82 in die Firma ein und übernimmt den
verwaisten Außendienst. Im Allgäu ist Herr Bauser tätig. Die Firma wird zu
dieser Zeit bereits von der Tochter Waltraud Baltschuweit geführt.
Herr Walcher baut neue Kundschaft auf, weg von der klassischen
Landwirtschaft hin zur Industrie, vor allem beginnt er „gleitmo-Produkte“
hochwertige Industrieschmierstoffe zu verkaufen, die später den Hauptteil des
Ertrages ausmachen.
1984
Wilhelm Frasch jun. der Sohn stirbt nach schwerer Krankheit.
1990
Das Firmengelände nebst Gebäude wird stillschweigend verkauft.
Herr Walcher der langjährige Angestellte erhält langsam Einblick in die
Finanzen und gewisse Firmenhindergründe.
1992
Es erfolgt der Umzug in eine neue angemietete Halle nach Wiblingen.
Lange Rechtstreitigkeiten mit der Vermieterin folgen. Es beginnt eine Zeit der
langen Krankheit der Geschäftsführerin Waltraud Baldschuweit.
13.02.92 erfolgt die Umwandlung der Frasch KG in eine GmbH

1995
Die Firma ist jahrelang kopflos, d.h. es ist kein Chef da. (wegen Krankheit und
Sonstigem) In dieser Zeit wird der Betrieb durch die langjährigen Angestellten
Frau Willma, Frau Wanzek und Herrn Walcher geführt. Das die Firma in dieser
Zeit überlebt gleicht einem kleinen Wunder. Trotzdem wird die Finanzlage
durch die Abwesenheit der Geschäftsführung und der weiterhin hohen
Finanzabgänge recht prekär.
2001
Alfred Walcher kauft die Firma und übernimmt als alleiniger Gesellschafter
sofort die Geschäftsführung. Der Firmenname und der ganze Firmenkopf und
die Belegschaft wird übernommen.
Die Zeit ist geprägt durch einen langsamen Wandel, weg von der frühen
klassischen Kundschaft der Landwirtschaft und des Handwerkes, hin zu
Industrie und Kommunalbetrieben und Dienstleistern.
2004
26.12.2004 Waldtraud Baldschuweit, die langjährige Geschäftsführerin und
Tochter von Frau Frasch stirbt nach langer Krankheit.
2006
Anfang November wird Frau Volkmar eingestellt, die die langjährige
Mitarbeiterin Frau Wanzek ersetzt, die ihren wohlverdienten Ruhestand antritt.
Zwischenstationen waren:
Firma Fratex (Herr Graf)
Chesterton
Firma Frameg München
Produkte am Anfang
Diesel und Benzin in Fässern
Petroleum nebst allen Produkten
Lagerfett
Huffett Blähöl, Tranfett, Kugellagerfett, Holzteer Riemenharz usw.
Ölabfüllung vom Fass in den Tank wieder ins Fass
Fett abkochen und abfüllen
Schuhfett und Lederfett kochen und abfüllen.
Bürodamen: Frau Kaser, danach viele Wechsel, bis Frau Wanzek kommt
Fahrer: Herr Steck, (immer mürrisch) danach viele kuriose Wechsel.
(Patzke, Holzstock, Kruse)
2007 -
es wird gefeiert - 125 Firma Frasch. Damit ist die Firma eine der am längsten
existierenden Schmierstoffhandelsunternehmen in Ulm.
Viele Krisen, Rezessionen und auch zwei Weltkriege wurden überstanden. Oft war gerade
in Kriegszeiten und schweren Wirtschaftskrisen der Bestand der Firma gefährdet. Doch
jedes mal ging sie gestärkt aus den Krisen wieder hervor.
Darum wurde dieses Jubiläum auch in besonderer Weise gefeiert.

2011 – Wieder ein Jubiläum - Alfred Walcher ist 10 Jahre Eigentümer der Firma Frasch. In
dieser Zeit ging die Entwicklung weiter. Die klassische Kundschaft hat sich stark verändert
und zwar von der Landwirtschaft hin zur Industrie.
Heute:
Aus kleinen Anfängen hat sich die Firma stetig erweitert und ist zu einem modernen und
leistungsfähigen Handelsunternehmen mit zwei Hauptsäulen geworden – dem Handel mit
klassischen Schmierstoffen und Reinigungsbedarf und dem Fachhandel mit
Spezialschmierstoffen und Wartungsprodukten. Mit diesen zwei Standbeinen sind wir gut
aufgestellt berichtet der Geschäftsführer Alfred Walcher.
Durch das breite Spektrum von Standard- sowie Spezialschmierstoffen können wir den
gesamten Schmierstoffmarkt abdecken, auch die effiziente Betriebsstruktur kann schnell
auf Marktanforderungen reagieren.
So wird in dem Lager in Ulm ein breites Sortiment an gängigen Schmierstoffen ständig
bereit gehalten.
Ein neues Standbein, das sich noch im Aufbau befindet, sind Dienstleistungen im
Schmierstoffbereich und der Klebetechnik.
So überzeugt die Firma durch Kompetenz, Zuverlässigkeit und Flexibilität und schaut auch
mutig nach vorne.

